Der Organismus





Knochen und Gelenke

Blut- & Lymphsystem

Herz- & Kreislaufsystem


Knochen und Gelenke




Blut- & Lymphsystem




Herz- & Kreislaufsystem





Knochen und Gelenke



Blut- & Lymphsystem



Herz- & Kreislaufsystem

Verdauungssystem

Atemsystem

Endokrines System


Verdauungssystem




Atemsystem




Endokrines System





Verdauungssystem



Atemsystem



Endokrines System

Sinnesorgane

Muskulatur

Immunsystem


Sinnesorgane




Muskulatur




Immunsystem





Sinnesorgane



Muskulatur



Immunsystem

Gehirn & Nervensystem


Gehirn & Nervensystem









Gehirn & Nervensystem

Um sich am Leben zu erhalten, muss der menschliche Organismus wie ein Hochleistungsbetrieb arbeiten. In jeder Sekunde laufen unzählige Prozesse ab, wobei jede einzelne Zelle wie ein einzelner Musiker in einem riesigen Orchester funktionieren muss. Diese komplizierten Vorgänge laufen ständig ab, selbst wenn wir Schlafen. Solange alles reibungslos funktioniert fühlen wir uns gesund und munter.

* Jeder Mensch ist aus etwa 80 - 100 Billionen Zellen aufgebaut.
* Rund 200 Knochen und 600 Muskeln halten uns in Bewegung.
* Die Lunge, das Verdauungssystem und der Blutkreislauf versorgen uns mit Nährstoffen
* Über die Nieren werden Abfallstoffe ausgeschieden
* Das Immunsystem schützt uns vor Krankheitserregern

Falls ein Organ oder der Stoffwechsel aus irgendeinem Grund gestört ist, werden wir krank. Was dabei in uns vorgeht, können wir nur verstehen, wenn wir uns mit dem Aufbau unseres Körpers ein wenig beschäftigen.


Der Bau und die Funktionen des menschlichen Körpers sind unlösbar miteienander verknüpft. Darüber hinaus ist der Mensch ein sich selbst regulierendes Energiesystem das auf drei Ebenen ganzheitlich miteinander verbunden ist und sich gegenseitig beeinflusst: Körper, Geist & Seele.
Doch jedes Lebewesen braucht für seine Existenz auch eine geeignete Umwelt. Der Organismus steht in enger Wechselwirkung mit dieser Umwelt. Darauf ist die gesamte funktionelle Organisation und das Energiesystem des Menschen ausgerichtet. Die Wechselwirkung mit der Umwelt umfasst zum einen die bewußte Wahrnehmung der Umwelt durch das sensorische System. Zum anderen reagiert der Organismus auf die Umwelt oder wirkt auf diese durch das motorische System ein. Beide Systeme besitzen als wesentlichen Baustein Nervengewebe und werden deshalb insgesamt dem Nervensystem zugeordnet.Das Nervensystem ermöglicht also dem Menschen in wechselseitige Beziehung mit seiner Umwelt zu treten. Gleichzeitig bildet es die materielle Grundlage für das Bewusstsein sowie für geistige und seelische Vorgänge.

Sensorisches und motorisches System, die eine direkte Verbindung mit der Umwelt herstellen, können ihre Funktionen nur aufrechterhalten, wenn genügend Substrate (z.B. Nährstoffe) und Energie für ihren Stoffwechsel zur Verfügung stehen und die anfallenden End-, Zwischen- und Abfallprodukte des Stoffwechsels abgeführt werden. Diese Zubringerdienste übernehmen verschiedene Organe.
* Die Aufnahme der Stoffwechselsubstrate aus der Nahrung und aus der Atemluft übernimmt der Magen-Darmkanal mit seinen Anhangorganen und die Lunge
* Für den Stofftransport im Organismus sorgen die Organe des Blutkreislaufs.
* Das Ausscheiden der Stoffwechselprodukte erfolgt über Darm, Niere und Lunge.                                                                                                                           Zahlreiche spezialisierte Organe übernehmen also die Einzelfunktionen im Versorgungsteil des  Organismus. Für die einwandfreie Funktion des Organismus ist es notwendig, dass die Organe zu einer Gesamtleistung koordiniert werden. Diese Aufgabe übernehmen das vegetative Nerven system und das endokrine System. Beide Koordinationssysteme sind aufeinander abgestimmt.


Das HERZ - KREISLAUFSYSTEM


Den Körper eines Erwachsenen Menschen durchziehen ein Netz von Blutgefäßen mit einer Gesamtlänge von 100 000 - 150 000 km. DieBlutgefäße - die Arterien, die Kapillaren und die Venen, bilden dieses Transportsystem. Das Blut verteilt sich zu etwa fünf Prozent in den Kapillaren, 75 Prozent in den Venen und 20 Prozent in den Arterien. Das Netzwerk der Blutgefäße erreicht fast jeden Körperbereich. Nur die Hornhaut des Auges,der Zahnschmelz, Die äussersten Hautschichten sowie Haare und Nägel sind nicht mit Blutgefäßen durchzogen.

Das Blut versorgt jede Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert Kohlendioxid und andere Abfallprodukte aus der Zellaktivität (Stoffwechsel) ab.  Das Herz, eine der hochleistungsfähigsten Pumpen überhaupt, sorgt dafür, dass dauernd 4 - 5 Liter Blut durch dieses eng verzweigte Netzwerk fließen. Dabei schlägt es täglich über 100 000-mal - und im Laufe eines Lebens sind es rund 2,7 Mrd. Herzschläge, wobei die Ruhepause zwischen den Herzschlägen nie mehr als den Bruchteil einer Sekunde beträgt. Trotz dieser lebenslangen Dauerleistung sind dem Herzen in seinem Leistungsvermögen auch Grenzen gesetzt. Die immer höher werdende  Zahl der Herz- Kreislauferkrankungen bestätigen dies, da nach wie vor Herz- Kreislaufkrankheiten die Todesursache Nummer ein sind.

Zu den meisten dieser Todesfälle kommt es infolge eines Herzinfarkts, dem immer öfter jüngere Menschen zum Opfer fallen. Die Hauptursachen dafür sind Bluthochdruck und Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Eine Erklärung dafür könnte das Zusammenspiel mehrerer Faktoren sein, u. a. der Lebensstil (fettreiche Kost, Rauchen, zu wenig Bewegung) und/oder eine erbliche Veranlagung. Neueste Forschungen belegen, dass ein bewusster und gesunder Lebenswandel das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall sowie anderen Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern kann.


Mit jedem Herzschlag pumpt das Herz Blut in die Aorta, die größte Arterie des Körpers, von wo es in die entlegensten Blutgefäße verteilt wird. Wenn das sauerstoffreiche Blut den Sauerstoff an das Gewebe abgegeben hat, fließt es durch die Venen zurück zum Herzen. Von hier gelangt es wieder in die Lunge, womit sich der Kreislauf schließt.

In den vier Hohlräumen des Herzens sorgen Klappen dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fließt. Sauerstoffarmes Blut strömt in den rechten Vorhof und dann in die rechte Herzkammer, von wo es zur Lunge gepumpt und mit Sauerstoff versorgt wird. Dann gelangt es in den linken Vorhof. Durch Öffnen der Mitralklappe fließt das Blut in die linke Herzkammer, wo es durch die Aorta in den Körperkreislauf verteilt wird.

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Die Herzaktionen


Jeder Herzschlag besteht aus drei deutlich unterschiedenen Phasen, deren Abfolge als Herzzyklus bezeichnet wird. In der Ruhephase, bei der das Herz etwa 75-mal in der Minute schlägt, dauert jeder Zyklus ungefähr 0,8 Sekunden. Bei körperlich anstrengenden Aktivitäten kann sich die Herzfrequenz verdoppeln: der Herzzyklus wird kürzer.
Innerhalb des Herzzyklus gibt es eine Phase der Erschiaffung (Diastole), in der sich das Herz mit Blut füllt Danach folgt eine Phase der Kontraktion (Systole), in der das Blut aus den einzelnen Kammern gepresst wird. Die Auslösung und Steuerung der Herzkontraktion erfolgt durch elektrische Impulse, die im Herzen selvst erzeugt werden und sich von dort aus über das gesamte Reizleitungssystem ausbreiten.Diese Kontraktionen können mit dem Elektrokardiografen erfasst und sichtbar gemacht werden.




Der erwachsene Herzmuskel hat etwa die Größe einer geballten Männerfaust.
Er wird vom kräftigen, doppelwandigen Herzbeutel (Perikard) umhüllt, der durch bindegewebige Strukturen an Brustbein und Zwerchfell fest verankert ist.




Der Blutkreislauf


des Körpers wird oft auch als Doppelkreislaufsystem bezeichnet, da er aus zwei Abschnitten mit jeweils besonderen Aufgaben besteht: dem großen Körperkreislauf und dem kleineren Lungenkreislauf. Das Herz bildet dabei das Zentrum des Kreislaufsystems und wirkt gewissermaßen als Doppelpumpe, die die zwei Systeme miteinander verbindet.


Der Blutdruck


Bei jeder Kontraktion der Herzkammer wird Blut aus dem Herzen ausgeworfen. Dadurch entsteht ein hoher Druck auf die Arterienwände, der als Blutdruck bezeichnet wird. Auf dem Weg des Bluts durch den Körper lässtder Druck langsam nach, so dass in den Venen ein viel geringerer Blutdruck herrscht als in den Arterien. Dieser Druckunterschied macht es möglich, dass das Blut nur in eine Richtung fließt, und zwar vom Herzen in den Körper und von dort wieder zurück zum Herzen.

Der Blutdruck verändert sich mit jedem Herzschlag. Er steigt mit der Kammerkontraktion, bei der sich die elastischen Arterienwände als Reaktion auf die durchfließende Blutwelle dehnen und anschließend wieder erschlaffen. Der Blutdruck fällt mit der Erschlaffung der Kammermuskulatur, die sich auf die neue Kontraktion vorbereiten.

Außer diesen dauernden Blutdruckschwankungen im Rhythmus von Sekundenbruchteilen kommt es auch über längere Zeiträume zu Blutdruckveränderungen. Der Blutdruck steigt bei körperlichen Anstrengungen, die zu einer Beschleunigung des Herzschlags und einer größeren Pumpleistung des Herzens führen, da die Muskeln mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden müssen. Der Blutdruckanstieg ist auch die Antwort des Körpers auf vermeintliche Bedrohung und ist Bestandteil der »Kampf-oder-Flucht«-Reaktion. Im Gegensatz dazu fällt der Blutdruck in der Schlafphase, in der der Körper sich entspannt und der Bedarf der meisten Organe an Sauerstoff und Nährstoffen nachlässt. Geregelt wird der Blutdruck durch das Nerven- und Hormonsystem.


Temperatur-Regulation


Eine weitere Rolle spielt das Gefäßsystem auch bei der Regulation der Körpertemperatur. Bei etwa 37 *C haben die Körperzellen optimale Lebens- und Funktionsbedingungen. Abweichungen nach unten oder oben um nur wenige Grade unterbrechen die Zellaktivität und können in kurzer Zeit zum Tode führen.




Neben dem Blutgefäßsystem besitzt der Körper ein weiteres Netzwerk von Gefäßen, das den gesamten Organismus durchzieht: das lymphatische System. Es besteht aus dem eigentlichen Gefäßsystem und den lymphatischen Organen.

Das Lymphgefäßsystem bildet im Wesentlichen ein Geflecht von kleinen und großen Bahnen zum Abfluss der Lymphe. Diese Körperflüssigkeit bildet sich, wenn aus den kleinen Blutgefäßen in den Organen und Gliedmaßen eine eiweißreiche, wässrige Lösung in die Zwischenräume der Körperzellen und -gewebe gelangt. Dort wird die Lymphflüssigkeit von den Lymphgefäßen aufgefangen. Der Körper bildet täglich ca. 2 Liter Lymphflüssigkeit.

Die Lymphflüssigkeit versorgt, wie das Blut auch, die durchströmten Gewebe mit Nährstoffen und entfernt die nicht mehr verwertbaren Substanzen. Ausserdem übernimmt die Lymphe durch die in ihr frei beweglichen Lymphozyten eine Schutzfunktion bei der Abwehr von Krankheits - erregern. Lymphozyten gehören zur Gruppe der weissen Blutkörperchen und sind Bestandteil des körpereigenen Immunsystems.


KNOCHEN und GELENKE


Das Skelett ist ein Wunderwerk, das vielfältige Aufgaben erfüllt: Es stützt den Körper und hält ihn aufrecht, es schützt die verletzlichen inneren Organe, es speichert Kalzium sowie andere lebenswichtige Mineralstoffe und ist an der Bildung neuer Blutzellen beteiligt. Die Knochen sind im Lauf des Lebens einem ständigen Wandel unterworfen. Das bis zur Geburt gebildete Vorskelett besteht aus rund 350 knorpeligen Knochenvorläufern, die sich bis zum Erwachsenenalter in richtige Knochen verwandeln.

Das Skelett eines Erwachsenen besteht aus 206 Knochen und wiegt etwa 10 kg. Knochengewebe ist eines der widerstandsfähigsten Materialien überhaupt: 16 CM3 Knochen können 8500 kg tragen und sind damit viermal belastbarer als Stahlträger. Die Knochen verdanken diese Stärke ihrer Wabenstruktur und dem hohen Anteil an Kalzium, Phosphatverbindungenund anderen Mineralsalzen. Nerven und Blutgefäße durchziehen die poröse Struktur. Im Knochenmark, dem schwammigen Inneren der Knochen, werden ständig neue Blutzellen gebildet.

Die Knochenenden werden von Knorpel bedeckt, der die Gelenke abfedert und die Reibung zwischen den Knochen verringert. Bänder verbinden die Knochen miteinander und verleihen ihnen Festigkeit, während Sehnen die Muskeln mit den Knochen verbinden. Damit eine Bewegung entsteht, agieren die Knochen als Hebel, die Gelenke sind Drehpunkte, und die Muskeln ziehen sich zusammen, um die benötigte Kraft zu liefern.


Der Alterungsprozess hinterlässt Spuren an Knochen und Gelenken. Knie- und Hüftgelenke sind besonders anfällig für degenerative Gelenkerkrankungen (z. B. Arthrose). Auch der Kalziumgehalt der Knochen nimmt im Alter ab, sie werden brüchig, und es kommt zur Osteoporose


















DIE MUSKULATUR


Im Körper gibt es drei Arten von Muskeln:
den in seiner Beschaffenheit einzigartigen Herzmuskel, glatte Muskeln in den Hohlorganen - sie sorgen für unwillkürliche Bewegungen - und quer gestreifte Skelettmuskeln, die mit den Knochen verbunden sind und willkürliche Bewegungen ermöglichen. Letztere bestehen aus Bündeln hauchdünner Fasern. Jede Faser ist von winzigen Kapillaren umgeben, die die Versorgung mit Sauerstoff sichern. Die Anzahl der Fasern eines Muskels bleibt konstant, die Fasern werden jedoch größer, wenn man Sport treibt, und schrumpfen bei Nichtbeanspruchung und im Alter. Jeder Muskel wird von einem oder mehreren Nerven versorgt.  Eine Bewegung findet statt,'wenn Nervensignale chemische Reaktionen auslösen, die bewirken, dass sich ein Muskel zusammenzieht. Viele Muskelleiden sind durch nervliche Störungen bedingt, so auch die Muskelschwäche bei multipler Sklerose.

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Das ATEMSYSTEM


Zum Atem-system gehören die Nase, die Nasennebenhöhlen, der Rachen als gemeinsamer Durchtritt für Luft und Nahrung, der Kehlkopf als Ort der Stimmbildung, die Luftröhre, die Bronchien und schließlich die Lungen.

Durch die Atemwege wird die Außenluft in das Innere des Körpers bis hinab zu den Lungenbläschen geleitet, wo der Gasaustausch stattfindet. Der Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft wird von den roten Blutkörperchen aufgenommen, während gleichzeitig das Kohlendioxid aus dem Blut und den roten Blutkörperchen in die Ausatemluft übergeht und mit ihr ausgestoßen wird.

Da die Atemwege über die eingeatmete Luft ständig in direktem Kontakt mit der Außenwelt unddamit auch mit zahlreichen potenziellen Krankheitserregern stehen, ist das Spektrum der Atemwegserkrankungen sehr groß. Es reicht von einfachen Virusinfekten oder hoch ansteckenden und gefährlichen Grippeerkrankungen über allergische Krankheiten wie Asthma bronchiale bis hin zu Infektionen, die schwere Lungenentzündungen verursachen.

Zahlreiche Atemwegserkrankungen - darunter die chronische Bronchitis und der Bronchialkrebs werden durch eingeatmete Schadstoffe verursacht. Der Tabakmissbrauch steht hier an erster Stelle. Mit dem Rauchen aufzuhören kann somit entscheidend helfen, diesen Krankheiten vorzubeugen .


Die SINNESORGANE


AUGE


Wir nehmen die Umwelt über die fünf Hauptssnne Sehen, Hören, Schmecken,  Riechen und Tasten wahr.
Seh- und Tastsinn gelten allgemein als die lebenswichtigsten Sinne, aber erst das Zusammenspiel aller Sinnesorgane vermittelt ein Gesamtbild der Umgebung. Das wird u. a. beim Essen deutlich - Gerüche helfen uns, zwischen Nahrungsmitteln zu unterscheiden, die ähnlich schmeckenund die gleiche Konsistenz haben. Deshalb schmeckt das Essen auch fade, wenn man erkältet ist. Wenn ein Sinn ausfällt, helfen die anderen Sinne jedoch, diesen Mangel auszugleichen.




ZUNGE


Wir können z. B. den Tastsinn und das Hörvermögen einsetzen,um uns in gewissem Mass im Dunkeln zu orientieren.




NASE


Alle Sinnesorgane sind komplexe Erweiterungen des Zentralnervensystems mit einer direkten Leitungsbahn zum Gehirn, wo die Informationen sofort verarbeitet werden. Wenn wir z. B. einen Gegenstand berühren, wissen wir gleich, ob er weich oder hart, heiß oder kalt, glatt oder rau ist. Da die Informationen so extrem schnell verarbeitet werden, machen wir uns kaum Gedanken über den komplexen Vorgang, der dabei abläuft. Geräusche, die das Ohr wahrnimmt, oder Lichtstrahlen, die das Auge erreichen, gelangen als elektrische Impulse ins Gehirn, wo sie entschlüsselt und interpretiert werden. Ähnlich verhält es sich mit den Geruchseindrücken, der Deutung von Berührungen und der Einordnung von Geschmacksqualitäten.




OHR




ENDOKRINES SYSTEM


Ein genau abgestimmtes Rückkopplungssystem, das vom Hypothalamus im Gehirn gesteuert wird, überwacht die einzelnen Hormonkonzentrationen im ganzen Körper. Der Hypothalamus registriert zu niedrige Konzentrationen eines bestimmten Hormons und gibt diese Informationen an die Hirnanhangsdrüse weiter, die als übergeordnete Drüse wirkt. Sie schüttet sofort Hormone aus, die der betreffenden endokrinen Drüse melden, dass sie das bzw. die benötigte(n) Hormon(e) freisetzen soll. Sobald sich der Hormonspiegel wieder normalisiert, signalisiert der Hypothalamus der Hirnanhangsdrüse, keine weiteren Hormone zur Aktivierung der Hormonausschüttung mehr freizusetzen.




Als endokrine oder Hormondrüsen bezeichnet man jene Drüsen, die ihr Sekret ins Blut oder in die Lymphe abgeben. Jede von ihnen erfüllt im Körper bestimmte Funktionen. Die Schilddrüsenhormone tragen z. B. zu Stoffwechsel und zu normalen Wachstums- und Entwicklungsprozessen bei. Kalzitonin, das ebenfalls in der Schilddrüse gebildet wird, senkt den Kalziumgehalt des Blutes, während die Nebenschilddrüsenhormone ihn erhöhen. Die Thymusdrüse ist besonders wichtig für die Immunabwehr. In den Nebennieren gebildete Hormone regeln die Reaktion auf Stresssituationen und überwachen den Wasser- und Mineralstoffhaushalt sowie den Glukosestoff wechsel. Die Bauchspeicheldrüse bildet Insulin und Glukagon - zwei Hormone, die die Glukosekonzentration im Blut regulieren. In den Geschlechtsorganen werden männliche bzw. weibliche Geschlechtshormone produziert, die zur Fortpflanzung benötigt werden.


Hormone sind chemische Botenstoffe, die sämtliche Körperzellen und -funktionen beeinflussen. Sie agieren oft im Verbund miteinander bzw. mit dem Nervensystem und steuern z. B. Wachstums- und Stoffwechselprozesse, Verdauung, Blutdruck, Fortpflanzung und die Stressreaktionen, um nur einige ihrer Funktionen zu nennen. Daher kann ein hormonelles Ungleichgewicht nachhaltige Auswirkungen im ganzen Körper haben.

Wie und welche Hormone im Körper wirken, ist zwar weitgehend bekannt, andererseits werden laufend neue Botenstoffe entdeckt, deren Rolle erst erforscht werden muss. So ist etwa nach wie vor ungeklärt, wie der Thymus und die Zirbeldrüse funktionieren.

Hormone werden sowohl in verschiedenen endokrinen Drüsen, also Drüsen mit innerer Sekretion, gebildet als auch in  verschiedenen Organen, wie z. B. Lunge, Darm, Herz und Niere. Unabhängig davon,  wo die Hormone entstehen, gelangen alle in kleinen Mengen über den Blutkreislauf zu ihren Zielorganen oder -zellen, die sie dann anregen, eine bestimmte Funktion auszuüben. Einige Hormonzellen, wie z. B. Insulin, sind zu groß, um eine Zelle zu durchdringen. Sie binden sich stattdessen an einen bestimmten Empfänger (Rezeptor), der die gewünschte Antwort auslöst. Andere Hormone, wie etwa die Steroide, die in den Nebennieren gebildet werden, sind klein genug, um in die vorgesehenen Zielzellen einzudringen, und  rufen dort die gewünschte Antwort im Erbgut hervor.


Das IMMUNSYSTEM


Der Körper ist ständig Millionen von Viren, Bakterien u. a. und anderen Krankheitserregern (Pathogenen) ausgesetzt. Im Normalfall werden die Angriffe durch körpereigene physikalische und chemische Abwehrmechanismen wie Haut, Speichel, Tränen, Schleim und Magensäure abgewehrt. Auch die Millionen Bakterien auf der Haut und in den Schleimhäuten schützen vor Angreifern. Gelingt es einem Erreger, diese Barrieren zu überwinden und in den Körper einzudringen, wird er sofort vom Immunsystem erkannt und angegriffen.
Das Immunsystem besitzt empfindliche Sensoren, die Fremdgewebe und v. a. Krankheitserreger erkennen. Manchmal findet gegenüber harmlosen Substanzen, z. B. Pollen, bestimmten Nahrungsmitteln oder Medikamenten eine Überreaktion statt - es entsteht eine allergische Reaktion. In anderen Fällen greift das Immunsystem irrtümlich gesundes körpereigenes Gewebe an, so als ob dieses "fremd" sei - es kommt zu Autoimmunerkrankungen wie Lupus oder rheumatische Arthritis. Im Normalfall schützt aber der erste Schutzwall vor tödlichen Erkrankungen.


Lymphknoten traten gehäuft Im Hals, In den Achselhöhlen und den Leisten auf. Die FlüuigkeK die von den Körpergeweben In die Lymphgefäße abfließt, wird In den Lymphknoten durch spezialisierte weiße Blutkörperchen, die Lymphozyten, g"ne Im Fall '--, einer Infektion vermehren als sich extrem schnell, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Daher auch die fühlbare Schwellung eines Lymphknotens.

Die Mandeln (Toneillen) sind kleine Anhäufungen von Lymphgewebe Im hinteren Rachenraum. Diese Drüsen schützen gemeinsam mit den Nasenpotypen die oberen Atemwege vor eingeatmeten Organisman. Andere als die Lymphknoten sind die Mandeln und Polypen nicht eingekapseit. Nicht eingekapseltes Lymphgewebe findet man auch Im Dünndarm.




Der Thymus ist eine aus Lymphgewebe gebildete Drüse. In ihm reifen weiße Blutkörperchen zu T-Lymphozyten heran. Sie sind die häufigste Art weißer Blutkörperchen und schützen vor Viren und anderen Erregern. Von der Pubertät an beginnt der Thymus unter dem Einfluss der Geschlechtshormone zu schrumpfen, und die thymusabhängige Immunität lässt nach. Darum wird man im Alter eher von Infektionen befallen.




Die Milz, ein faustgroßes Organ im oberen linken Bereich des Unterleibs, ist der größte Lymphknoten des Körpers. Sie hat eine doppelte Aufgabe: Als Teil des Immunsystems produziert sie Antigene und Lymphozyten und hilft, eindringende Organismen aus dem Blutkreislauf zu erkennen und zu zerstören. Andererseits entfernt sie alte, verbrauchte rote Blutkörperchen aus dem Blutkreislauf und führt das in ihnen enthaltene Eisen wieder ins Blut zurück, damit es zur Herstellung von neuem Hämoglobin verwendet wird. Trotz ihrei Bedeutung ist die Milz nicht lebensnotwendig: Falls sie entfernt werden muss, übernehmen andere Lymphgewebe ihre Abwehrtunktionen.


Vergrösserte Ansicht eines T-Lymphozyten einer sog. Killerzelle




Die Lymphozyten werden im Kochenmark gebildet und in das Blut und das Lymphsystem abgegeben. In der Lymphe gibt es mehrere Arten von Lymphozyten: so genannte Killerzellen, die eindringende Organismen, Krebszellen und andere körperfremde Substanzen zerstören, Zellen, die eine Entzündung auslösen, und schließlich Zellen, die die Bakterien auffressen und verdauen.

Blutgefäße transportieren weiße Blutkörperchen, Antikörper und andere schützende Substanzen, die das Immunsystern erzeugt. Nachdem die Lymphe im Lymphknoten gefiltert wurde, gelangt sie durch das Lymphsystern zurück in den Blutkreislauf.




Dringt ein Erreger in den Körper ein, aktivieren chemische Signale das Immunsystem. Unterschiedliche Arten weisser Blutkörperchen ( B-Lymphozyten ) wandern zum Infektionsherd, damit sich der Erreger nicht in andere Körper- regionen ausbreiten kann. Sie vermehren sich explosionsartig und erzeugen sog. Gedächtniszellen. Diese bilden Antikörper, die den Erreger zerstören. Nach einer Infektion erkennen die übrig gebliebenen Gedächtniszellen sofort, wenn später erneut derselbe Erreger eindringt.


NERVENSYSTEM


Bewegungen, Gedanken,-Gefühle und Körperfunktionen sie alle werden vom Gehirn und vom Nervensystem gesteuert. Unter allen Lebewesen hat der Mensch das am höchsten entwickelte Gehirn, zugleich ist es aber am wenigsten erforscht.

Das Nervensystem ist ein höchst komplexes System aus Milliarden von Nervenzellen (Neuronen), die vom Gehirn und Rückenmark gesteuert werden. Unwillkürliche Funktionen wie Atmung, Blutkreislauf und Verdauung werden vom autonomen (vegetativen) Nervensystem geregelt, das aus dem Sympathikus und seinem Gegenspieler, dem Parasympathikus, besteht. Diese dienen als Zentrale, die die Organe ein- und ausschalten und so das Gleichgewicht der Körperfunktionen sichern.

Oberflächliche Sinnesnerven erhalten Reize von der Außenwelt und übertragen sie zum Gehirn, das sie verarbeitet und über die Hirn- oder Rückenmarksnerven in verschiedene Körperbereiche weiterleitet. Dieser Prozess dauert Sekundenbruchteile und erfordert oft wenige oder keine Denkprozesse. Wenn im Gehirn oder in anderen Teilen des Nervensystems etwas schief läuft, kann es zu katastrophalen Folgen kommen, die von leichten Bewegungsstörungen bis zu Lähmung und Demenz, dem Verlust der intellektuellen Fähigkeiten, reichen.


Nervenzellen (Neurone) können bis zu 30 cm lang sein. Reize werden als elektrische Impulse mit bis zu 400 km/h vom Neuron über das Axon weitergeleitet. Am Ende seiner verzweigten Ausläufer (Dendriten) lösen chemische Botenstoffe (Neurotransmitter) auf den Dendriten des nächsten Neurons neue Impulse aus. Diese Kettenreaktion dauert so lang, bis das Signal sein Ziel erreicht hat.




Dem Rückenmark entspringt ein dichtes Netz von Nerven, die alle Körperteile erreichen. Nervensignale werden nur in einer Richtung übertragen, d. h., eine Nervengruppe überträgt Reize vom Gehirn zu den Händen und eine andere Impulse von den Händen zum Gehirn.




Das Gehirn eines Erwachsenen wiegt etwa 1,4 kg und enthält rund 10 Milliarden Nervenzellen. Den größten Teil nimmt das Großhirn ein, das nicht nur der Sitz der Intelligenz und Kreativität ist, sondern auch die Quelle für Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Glück, Wut und andere menschliche Empfindungen.